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Warenhandel UK – was ist beim Außenhandel mit Großbritannien zu beachten?

1. März 2022 adminhelog Comments Off

Seit dem 01.01.2021 ist Großbritannien mit England, Schottland und Wales (UK) nicht mehr Mitglied des europäischen Binnenmarkts und der EU-Zollunion. Die Rechte und Pflichten von EU-Bürgern in UK und britischen Bürgern in der EU bleiben aktuell noch unverändert, doch im Warenverkehr haben sich ein paar Änderungen ergeben. Sonderregeln bestehen bei Lieferungen und Einfuhren von und nach Nordirland, die in dem Nordirland-Abkommen geregelt sind. Zumindest so lange, bis EU und UK sich einig geworden sind, wie der Waren- und Personenverkehr über die Grenze Irlands zufriedenstellend gestaltet werden kann.

UK ist als Handelspartner für EU-Mitglieder als Drittstaat zu behandeln, das bedeutet bei Importen und Exporten beinahe das volle Programm, so wie wir es auch bei den EFTA-Staaten und anderen Drittstaaten her kennen.

Übersicht des Artikels

1 – Warenverkehr Deutschland/ EU – UK

1.1 UK – Deutschland/ Export als Deutsches Unternehmen

1.2 UK – Deutschland/ Import als Deutsches Unternehmen

1.3 Die richtige Zollanmeldung 

1.4 Umsatzsteuer – was gilt es zu beachten?

2 – Warenverkehr Schweiz – UK 

2.1 UK – Schweiz / Export als Schweizer Unternehmen

2.2 UK – Schweiz / Import als Schweizer Unternehmen

1. Warenverkehr Deutschland / EU-UK

1.1 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von Deutschland/EU nach UK exportiere?

→ Zollanmeldung für alle Waren erforderlich (ATLAS, papiergestützte Anmeldung)

→ Voraussetzung für Zollanmeldung: EORI-Nummer (Registrierungsnummer für Wirtschaftsbeteiligte beim Zoll, Antragsstellung auf der Zoll-Seite)

→ Zollfreiheit für alle Waren, die die Präferenzursprungsregeln erfüllen (s.u.)

→ Ausnahme Nordirland: Lieferungen werden wie EU-Versand behandelt

Notwendige Dokumente hierfür sind

→ Ausfuhrbegleitdokument (ABD), T1, T2

→ Handelsrechnung mit EORI- und evtl. REX-Nr.

→ Internationaler Frachtbrief (CMR)

→ Ursprungsnachweise, sonstige Nachweise

1.2 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von UK nach Deutschland importiere?  

→  Zollanmeldung für alle Waren erforderlich (ATLAS, papiergestützte Anmeldung)

→  Voraussetzung für Zollanmeldung: EORI-Nummer (Registrierungsnummer für Wirtschaftsbeteiligte beim Zoll, Antragsstellung auf der Zoll-Seite)

→  Zollfreiheit für alle Waren, die die Präferenzursprungsregeln erfüllen (s.u.)

→  Ausnahme Nordirland: Lieferungen werden wie EU-Versand behandelt

Notwendige Dokumente hierfür sind

→  Ausfuhrbegleitdokument (ABD), T1, T2

→  Handelsrechnung mit Importeur-EORI-Nr.

→  Internationaler Frachtbrief (CMR)

→  Ursprungsnachweise, sonstige Nachweise

1.3 Was ist bei der Zollanmeldung zu beachten?

Von DE nach UK:

Die Ausfuhranmeldung muss als Zollanmeldung hier erstellt werden, in UK dann umgekehrt eine Einfuhranmeldung. Je nach Lieferbedingung, muss die Zollabwicklung selbst oder über den Spediteur/Verzoller abgewickelt werden.

VON UK nach DE:

Hier geht es den umgekehrten Weg. In UK muss eine Ausfuhranmeldung erstellt werden und in FR verpflichtend eine Einfuhranmeldung. Für die Warenverbringung von FR nach DE ist eine Instrastat-Meldung notwendig, die in DE dann als Eingang gemeldet wird.

Die Alternative dazu wäre ein Versandverfahren in UK zu eröffnen. Zoll und EUSt. Fallen dann in Deutschland an.

Was muss man bei der Präferenzerklärung/Ursprungserklärung beachten?

Bei einem Warenwert bis 6.000,00 EUR genügt der Nachweis der Ursprungseigenschaft auf der Rechnung:

„The exporter of the products covered by this document (Exporter Reference No. xxx) declares that, except where otherwise clearly indicated, these products are of …  preferential origin (Ort, Datum, Unterschrift). “

→  Ab einem Waren von 6.000,00 EUR ist die Registrierung als REX (registrierter Exporteur) beim Zoll unbedingt notwendig.

→  Ursprungserklärung muss REX-Nr. enthalten

→  1 sind nicht zugelassen

Welche weiteren gültigen Dokumente gibt es im Handel EU – UK?

→  Ursprungszeugnisse von der EU in UK – nicht mehr notwendig

→  Ursprungszeugnisse von UK in EU – Nur noch Angabe „UK“ oder „GB“

→  Lieferantenerklärung: ungültig (Ausnahmen möglich)

Welche Meldungen muss ich beim EU-Handel mit UK und Nordirland machen?

→  Importe/Exporte UK: ATLAS-Meldeverfahren oder über automatisierte Zollanmeldung mit Ländercode GB

→  Ausfuhren/Einfuhren Nordirland: INTRASTAT-Meldung, Ländercode XI

→  Bewilligungen wie bsp. „Zugelassener Ausführer“ können angewandt werden

1.4 Umsatzsteuer – was gilt es zu beachten?

Ausfuhren nach UK sind steuerfrei. Bei Versanden nach Nordirland bleibt es bei der bisherigen Regelung. Hier muss die Umsatzsteuer-ID des Empfängers abgefragt werden (online-Abfrage über Bundeszentralamt der Steuern) und Angabe auf der Rechnung. Aber auch gibt es Einschränkungen:

Kleinsendungen bis 135 GBP (GB-Pfund) sind Zoll- und Einfuhrumsatzsteuerfrei. Es ist aber möglich, dass Umsatzsteuer anfällt. Hier wird unterschieden nach privatem Käufer (B2C) und gewerblichem Käufer/Verkäufer (B2B):

Für gewerblicher Käufer/Verkäufer gilt:

→ Berechnung ohne Ust. bei vorhandener Umsatzsteuer-ID

→ Reverse-Charge-Verfahren auf Rechnung

→ UK-Käufer führt Ust. Ab

2 – Warenverkehr Schweiz – UK

Seit dem 01. Januar 2021 ist das zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich abgeschlossene Handelsabkommen, Mind the gap, beschlossen. Seit dem 01. September 2021 haben sich die Ursprungsregeln verändert. Alle Abkommen und Änderungen gelten auch Liechtenstein.

In der sogenannten „Roll-Over“-Vereinbarung wurden bisherige Inhalte des Schweiz-EU-Abkommens im Handel mit UK weitestgehend übernommen. Doch gibt es beispielsweise bei der Ursprungseigenschaft einige, zum Teil schmerzhafte, Abweichungen. Schweizer Exporteure haben daher einiges zu beachten, bei Detailfragen sind wir gerne behilflich.

2.1 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von der Schweiz nach UK exportiere?

→  Handelsrechnung mit Angabe der jeweiligen Zolltarif-Nr., Empfängerangaben mit Kontaktdaten, ggfls. Lieferanschrift, falls diese von der Rechnungsanschrift abweicht.

Bei frachtfreien Lieferungen (VAT 10 und VAT 18) müssen die EORI-Nr. und die USt-ID-Nr. des britischen Empfängers vermerkt sein

→  Registrierung CH-Versender bei britischer Steuerbehörde und Anforderung UK-EORI-Nr. und/oder UK-Ust-ID

→  Indirekter Vertreter für Zollabwicklung

→  Jeder an der Zollabwicklung beteiligter benötigt eine GB-EORI-Nummer (EU-EORI wird nicht mehr akzeptiert)

→  Kennzeichnungspflicht ändert sich von CE auf UKCA (ab 01.01.2023)

→  Möglichst nur Packmittel nach dem ISPM 15 Standard verwenden

Notwendige Dokumente und Informationen für die Ausfuhr nach GB:

→  Handelsrechnung mit Zolltarif-Nr., Warenbezeichnung (siehe oben)

→  Ursprungs- und/oder Präferenznachweise

→  Internationaler Frachtbrief (CMR)

Folgende Transitdokumente werden benötigt:

→  T1 (unverzollte Transit-Ware, Nicht-Gemeinschaftsware) oder T2 (EU-Ware, verzollt)

→ Geleitschein bis Sammelspediteur (nur Zugelassener Empfänger/Versender, nur schweizintern

→ Carnet ATA (Vorübergehende Einfuhr) oder Freipass (Reparaturen)

→ MRN-Nummer (Registrierungsnummer nach Zollanmeldung, Info an Spediteur vor Transport)

→ Angabe des UK-Aufschubkontos (Transitional Simplified Procedures, TSP)

→ Weitere Begleitdokumente z.B. Medikamente, Kosmetik, Kunststoffe uvm.

→ Klärung: Gibt es Label-Vorschriften?

Wo und wie erfolgt die Zollanmeldung bei Lieferungen nach UK?

Bei der Zollabwicklung sollte schon im Vorfeld geprüft werden, ob alle notwendigen Voraussetzungen und Dokumente dafür vorliegen. Das spart Zeit, Geld und Ärger.

Tatsächlich hat sich zum vorherigen Zollverfahren für die Schweiz nichts Wesentliches geändert. Änderungen gibt es bei re-importierten Eu-Waren, für die in UK Zölle erhoben werden können.

Wo muss ich die Papiere hinschicken bzw. wo muss ich die Ware anmelden?

Aufgrund des komplexen Prozederes empfehlen wir für UK-Ausfuhren einen erfahrenen Spediteur oder Verzoller zu beauftragen. Er prüft bereits im Vorfeld die notwendigen Dokumente und übernimmt die Zollabwicklung bzw. den Transport der Ware.

Welche Form muss der gültige Ursprungsnachweis erfüllen?

Bis zu einem Warenwert von CHF 10.300,00 gilt die Warenverkehrsbescheinigung EUR 1 (Typ A) sowie die Ursprungserklärung auf der Rechnung.

Ermächtigte Ausführer dürfen die Ursprungserklärung weiterhin ohne Beschränkung des Warenwerts auf der Rechnung angeben.
Hier der Vorlagentext EUR1 (Typ A):
Der Ausführer (Ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. ………) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstigte ……… Ursprungswaren sind.

2.2 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von UK in die Schweiz importiere?
Für Waren, die die Listenregeln des Präferenzabkommens erfüllen, ist eine präferenzbegünstige Abfertigung möglich. Nach wie vor müssen die Aus- und Einfuhren beim Zoll angemeldet werden.
→ Zollanmeldung für Ein- und Ausfuhr
→ Zolltarife wurden im „Tares“ angepasst und können zu Änderungen führen (Im- und Export)
→ Zollabwicklung kann u. U. aktuell länger dauern, daher besser einen Zeitpuffer einplanen
Für alle Fragen rund um das Thema Warenverkehr mit UK stehen wir beratend und ausführend mit unseren Spezialisten zur Verfügung.  

Warenhandel UK – was ist beim Außenhandel mit Großbritannien zu beachten?

Warenhandel UK - was ist beim Außenhandel mit Großbritannien zu beachten?

Seit dem 01.01.2021 ist Großbritannien mit England, Schottland und Wales (UK) nicht mehr Mitglied des europäischen Binnenmarkts und der EU-Zollunion. Die Rechte und Pflichten von EU-Bürgern in UK und britischen Bürgern in der EU bleiben aktuell noch unverändert, doch im Warenverkehr haben sich ein paar Änderungen ergeben. Sonderregeln bestehen bei Lieferungen und Einfuhren von und nach Nordirland, die in dem Nordirland-Abkommen geregelt sind. Zumindest so lange, bis EU und UK sich einig geworden sind, wie der Waren- und Personenverkehr über die Grenze Irlands zufriedenstellend gestaltet werden kann.

UK ist als Handelspartner für EU-Mitglieder als Drittstaat zu behandeln, das bedeutet bei Importen und Exporten beinahe das volle Programm, so wie wir es auch bei den EFTA-Staaten und anderen Drittstaaten her kennen.

Übersicht des Artikels

1 – Warenverkehr Deutschland/ EU – UK

1.1 UK – Deutschland/ Export als Deutsches Unternehmen

1.2 UK – Deutschland/ Import als Deutsches Unternehmen

1.3 Die richtige Zollanmeldung 

1.4 Umsatzsteuer – was gilt es zu beachten?

2 – Warenverkehr Schweiz – UK 

2.1 UK – Schweiz / Export als Schweizer Unternehmen

2.2 UK – Schweiz / Import als Schweizer Unternehmen

1 – Warenverkehr Deutschland/ EU – UK

1.1 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von Deutschland/EU nach UK exportiere?

→ Zollanmeldung für alle Waren erforderlich (ATLAS, papiergestützte Anmeldung)

→ Voraussetzung für Zollanmeldung: EORI-Nummer (Registrierungsnummer für Wirtschaftsbeteiligte beim Zoll, Antragsstellung auf der Zoll-Seite)

→ Zollfreiheit für alle Waren, die die Präferenzursprungsregeln erfüllen (s.u.)

→ Ausnahme Nordirland: Lieferungen werden wie EU-Versand behandelt

Notwendige Dokumente hierfür sind

→ Ausfuhrbegleitdokument (ABD), T1, T2

→ Handelsrechnung mit EORI- und evtl. REX-Nr.

→ Internationaler Frachtbrief (CMR)

→ Ursprungsnachweise, sonstige Nachweise

1.2 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von UK nach Deutschland importiere?  

→  Zollanmeldung für alle Waren erforderlich (ATLAS, papiergestützte Anmeldung)

→  Voraussetzung für Zollanmeldung: EORI-Nummer (Registrierungsnummer für Wirtschaftsbeteiligte beim Zoll, Antragsstellung auf der Zoll-Seite)

→  Zollfreiheit für alle Waren, die die Präferenzursprungsregeln erfüllen (s.u.)

→  Ausnahme Nordirland: Lieferungen werden wie EU-Versand behandelt

Notwendige Dokumente hierfür sind

→  Ausfuhrbegleitdokument (ABD), T1, T2

→  Handelsrechnung mit Importeur-EORI-Nr.

→  Internationaler Frachtbrief (CMR)

→  Ursprungsnachweise, sonstige Nachweise

1.3 Was ist bei der Zollanmeldung zu beachten?

Von DE nach UK:

Die Ausfuhranmeldung muss als Zollanmeldung hier erstellt werden, in UK dann umgekehrt eine Einfuhranmeldung. Je nach Lieferbedingung, muss die Zollabwicklung selbst oder über den Spediteur/Verzoller abgewickelt werden.

VON UK nach DE:

Hier geht es den umgekehrten Weg. In UK muss eine Ausfuhranmeldung erstellt werden und in FR verpflichtend eine Einfuhranmeldung. Für die Warenverbringung von FR nach DE ist eine Instrastat-Meldung notwendig, die in DE dann als Eingang gemeldet wird.

Die Alternative dazu wäre ein Versandverfahren in UK zu eröffnen. Zoll und EUSt. Fallen dann in Deutschland an.

Was muss man bei der Präferenzerklärung/Ursprungserklärung beachten?

Bei einem Warenwert bis 6.000,00 EUR genügt der Nachweis der Ursprungseigenschaft auf der Rechnung:

„The exporter of the products covered by this document (Exporter Reference No. xxx) declares that, except where otherwise clearly indicated, these products are of …  preferential origin (Ort, Datum, Unterschrift). “

→  Ab einem Waren von 6.000,00 EUR ist die Registrierung als REX (registrierter Exporteur) beim Zoll unbedingt notwendig.

→  Ursprungserklärung muss REX-Nr. enthalten

→  1 sind nicht zugelassen

Welche weiteren gültigen Dokumente gibt es im Handel EU – UK?

→  Ursprungszeugnisse von der EU in UK – nicht mehr notwendig

→  Ursprungszeugnisse von UK in EU – Nur noch Angabe „UK“ oder „GB“

→  Lieferantenerklärung: ungültig (Ausnahmen möglich)

Welche Meldungen muss ich beim EU-Handel mit UK und Nordirland machen?

→  Importe/Exporte UK: ATLAS-Meldeverfahren oder über automatisierte Zollanmeldung mit Ländercode GB

→  Ausfuhren/Einfuhren Nordirland: INTRASTAT-Meldung, Ländercode XI

→  Bewilligungen wie bsp. „Zugelassener Ausführer“ können angewandt werden

1.4 Umsatzsteuer – was gilt es zu beachten?

Ausfuhren nach UK sind steuerfrei. Bei Versanden nach Nordirland bleibt es bei der bisherigen Regelung. Hier muss die Umsatzsteuer-ID des Empfängers abgefragt werden (online-Abfrage über Bundeszentralamt der Steuern) und Angabe auf der Rechnung. Aber auch gibt es Einschränkungen:

Kleinsendungen bis 135 GBP (GB-Pfund) sind Zoll- und Einfuhrumsatzsteuerfrei. Es ist aber möglich, dass Umsatzsteuer anfällt. Hier wird unterschieden nach privatem Käufer (B2C) und gewerblichem Käufer/Verkäufer (B2B):

Für gewerblicher Käufer/Verkäufer gilt:

→ Berechnung ohne Ust. bei vorhandener Umsatzsteuer-ID

→ Reverse-Charge-Verfahren auf Rechnung

→ UK-Käufer führt Ust. Ab

 

2 – Warenverkehr Schweiz – UK

Seit dem 01. Januar 2021 ist das zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich abgeschlossene Handelsabkommen, Mind the gap, beschlossen. Seit dem 01. September 2021 haben sich die Ursprungsregeln verändert. Alle Abkommen und Änderungen gelten auch Liechtenstein.

In der sogenannten „Roll-Over“-Vereinbarung wurden bisherige Inhalte des Schweiz-EU-Abkommens im Handel mit UK weitestgehend übernommen. Doch gibt es beispielsweise bei der Ursprungseigenschaft einige, zum Teil schmerzhafte, Abweichungen. Schweizer Exporteure haben daher einiges zu beachten, bei Detailfragen sind wir gerne behilflich.

2.1 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von der Schweiz nach UK exportiere?

→  Handelsrechnung mit Angabe der jeweiligen Zolltarif-Nr., Empfängerangaben mit Kontaktdaten, ggfls. Lieferanschrift, falls diese von der Rechnungsanschrift abweicht.

Bei frachtfreien Lieferungen (VAT 10 und VAT 18) müssen die EORI-Nr. und die USt-ID-Nr. des britischen Empfängers vermerkt sein

→  Registrierung CH-Versender bei britischer Steuerbehörde und Anforderung UK-EORI-Nr. und/oder UK-Ust-ID

→  Indirekter Vertreter für Zollabwicklung

→  Jeder an der Zollabwicklung beteiligter benötigt eine GB-EORI-Nummer (EU-EORI wird nicht mehr akzeptiert)

→  Kennzeichnungspflicht ändert sich von CE auf UKCA (ab 01.01.2023)

→  Möglichst nur Packmittel nach dem ISPM 15 Standard verwenden

Notwendige Dokumente und Informationen für die Ausfuhr nach GB:

→  Handelsrechnung mit Zolltarif-Nr., Warenbezeichnung (siehe oben)

→  Ursprungs- und/oder Präferenznachweise

→  Internationaler Frachtbrief (CMR)

Folgende Transitdokumente werden benötigt:

→  T1 (unverzollte Transit-Ware, Nicht-Gemeinschaftsware) oder T2 (EU-Ware, verzollt)

→ Geleitschein bis Sammelspediteur (nur Zugelassener Empfänger/Versender, nur schweizintern

→ Carnet ATA (Vorübergehende Einfuhr) oder Freipass (Reparaturen)

→ MRN-Nummer (Registrierungsnummer nach Zollanmeldung, Info an Spediteur vor Transport)

→ Angabe des UK-Aufschubkontos (Transitional Simplified Procedures, TSP)

→ Weitere Begleitdokumente z.B. Medikamente, Kosmetik, Kunststoffe uvm.

→ Klärung: Gibt es Label-Vorschriften?

Wo und wie erfolgt die Zollanmeldung bei Lieferungen nach UK?

Bei der Zollabwicklung sollte schon im Vorfeld geprüft werden, ob alle notwendigen Voraussetzungen und Dokumente dafür vorliegen. Das spart Zeit, Geld und Ärger.

Tatsächlich hat sich zum vorherigen Zollverfahren für die Schweiz nichts Wesentliches geändert. Änderungen gibt es bei re-importierten Eu-Waren, für die in UK Zölle erhoben werden können.

Wo muss ich die Papiere hinschicken bzw. wo muss ich die Ware anmelden?

Aufgrund des komplexen Prozederes empfehlen wir für UK-Ausfuhren einen erfahrenen Spediteur oder Verzoller zu beauftragen. Er prüft bereits im Vorfeld die notwendigen Dokumente und übernimmt die Zollabwicklung bzw. den Transport der Ware.

Welche Form muss der gültige Ursprungsnachweis erfüllen?

Bis zu einem Warenwert von CHF 10.300,00 gilt die Warenverkehrsbescheinigung EUR 1 (Typ A) sowie die Ursprungserklärung auf der Rechnung.

Ermächtigte Ausführer dürfen die Ursprungserklärung weiterhin ohne Beschränkung des Warenwerts auf der Rechnung angeben.

Hier der Vorlagentext EUR1 (Typ A):

Der Ausführer (Ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. ………) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstigte ……… Ursprungswaren sind.

2.2 Was muss ich beachten, wenn ich Ware von UK in die Schweiz importiere?

Für Waren, die die Listenregeln des Präferenzabkommens erfüllen, ist eine präferenzbegünstige Abfertigung möglich. Nach wie vor müssen die Aus- und Einfuhren beim Zoll angemeldet werden.

→ Zollanmeldung für Ein- und Ausfuhr

→ Zolltarife wurden im „Tares“ angepasst und können zu Änderungen führen (Im- und Export)

→ Zollabwicklung kann u. U. aktuell länger dauern, daher besser einen Zeitpuffer einplanen

Für alle Fragen rund um das Thema Warenverkehr mit UK stehen wir beratend und ausführend mit unseren Spezialisten zur Verfügung.